Kurz gesagt: Barcelona hat kein niederländisches Modell lizenzierter Coffeeshops für den öffentlichen Einzelverkauf. Ein Ort wird durch die Bezeichnung „Club“, „privat“ oder „Verein“ weder zu einem genehmigten Geschäft noch wird dadurch jede Tätigkeit rechtmäßig. Maßgeblich sind die konkreten Handlungen, der Ort, die Satzung und das geltende spanische Recht.
Für Reisende gelten keine Sonderregeln
Der Status als Tourist schafft keine Ausnahme vom spanischen Recht. Ebenso gibt es keine allgemeine Regel, nach der jede reisende Person einem Cannabis Social Club beitreten darf. Private Vereine legen ihr Aufnahmeverfahren im Rahmen von Gesetz und Satzung selbst fest. Ein ausgefüllter Antrag, eine automatische Nachricht oder eine Einladung durch Dritte ist weder eine Aufnahmezusage noch eine Bestätigung für die Anreise.
Auch beim Mindestalter muss zwischen allgemeinen Regeln und der Politik eines konkreten Vereins unterschieden werden. Ein einheitliches Mindestalter für sämtliche privaten Vereine lässt sich aus der Clubbezeichnung nicht ableiten. Club Guru nimmt nach der aktuell veröffentlichten Richtlinie Mitgliedschaftsanfragen von Personen ab 21 Jahren entgegen. Diese vereinseigene Regel garantiert weder Aufnahme noch Mitgliedschaft oder Zutritt.
Was im öffentlichen Raum gilt
Artikel 36.16 des Organgesetzes 4/2015 stuft den unerlaubten Konsum oder Besitz an öffentlichen Orten, auf öffentlichen Wegen, in öffentlichen Einrichtungen oder Verkehrsmitteln als schwere Ordnungswidrigkeit ein – auch ohne Handelsabsicht. Straßen, Plätze, Strände, Bahnhöfe und öffentliche Verkehrsmittel sind daher keine Toleranzzonen.
Artikel 368 des spanischen Strafgesetzbuchs erfasst unter anderem Anbau, Herstellung, Handel sowie Handlungen, die illegalen Konsum fördern oder erleichtern. Die Eintragung eines Vereins nach dem spanischen Vereinsgesetz macht Gründung und Satzung öffentlich, ist aber keine allgemeine Lizenz für alle Tätigkeiten.
Warum die Rechtslage nicht mit „legal“ zusammengefasst werden kann
Das spanische Verfassungsgericht erklärte das katalanische Gesetz von 2017 über Cannabis-Konsumentenvereinigungen für nichtig. Das Urteil 100/2018 stellt klar, dass regionale Vereinskompetenzen das staatliche Strafrecht nicht verdrängen. Auch die Rechtsprechung zum gemeinschaftlichen Konsum betrifft enge, einzelfallabhängige Konstellationen und ist keine pauschale Erlaubnis für Clubs.
Warnsignale vor einer Kontaktaufnahme
- Straßenwerber oder bezahlte Vermittler, die sofortigen Zutritt versprechen;
- eine angeblich garantierte Aufnahme ohne nachvollziehbares Aufnahmeverfahren;
- Ausweisanfragen ohne klaren Verantwortlichen und Datenschutzhinweis;
- widersprüchliche Namen, Adressen oder Kontaktdaten;
- Shop-, Menü- oder Verkaufssprache statt Satzung und Vereinsregeln;
- pauschale Legalitätsbehauptungen ohne datierte Primärquellen.
Übermitteln Sie personenbezogene Daten nur über einen verifizierten offiziellen Kanal. Nehmen Sie Cannabis nicht über Staatsgrenzen mit und besitzen oder konsumieren Sie es im öffentlichen Raum nicht unerlaubt.
Fahren und Gesundheit
Das spanische Straßenverkehrsgesetz verbietet das Fahren mit Drogen im Körper. Seine Ausnahme für ärztlich verschriebene und therapeutisch verwendete Substanzen gilt nur, wenn die fahrende Person fahrtüchtig ist und das Fahrzeug mit der gesetzlich gebotenen Sorgfalt führen kann. Eine Verschreibung ist keine automatische Erlaubnis zum Fahren. Das katalanische Gesundheitsportal Canal Salut nennt mögliche Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit, Koordination, Reaktionszeit und Kurzzeitgedächtnis. Nach Cannabiskonsum darf nicht gefahren und keine Maschine bedient werden.
Aktuelle Angaben zu Club Guru
Für das Aufnahmeverfahren ist ausschließlich die Seite Mitglied werden maßgeblich. Geprüfte Hinweise zur Anreise stehen auf Besuche uns. Prüfen Sie beide Seiten vor einer Kontaktaufnahme oder Anreise. Drittanbieter, Karteneinträge und weitergeleitete Nachrichten ersetzen keine ausdrückliche Bestätigung durch den Verein.
Bevor Sie einen Verein kontaktieren, nutzen Sie diese acht Kriterien zur Prüfung eines Cannabis Social Clubs in Barcelona.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ist weder Rechts- noch medizinische Beratung. Bei konkreten rechtlichen Folgen ist qualifizierte, in Spanien zugelassene Rechtsberatung erforderlich.
